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Pohlednice z Terezína
Postkarte aus Theresienstadt
Postcards from Terezín

Installation der Postkarten – ein Rundgang durch die Stadt

Zelle 42 im Hof IV der Kleinen Festung, Gedenkstätte Theresienstadt, Tschechische Republik
29. Mai bis 31. Dezember 2026

Ein 60 Meter langer Streifen von fast vierhundert Ansichtspostkarten, die das gesamte heutige Theresienstadt in farbigen Fotografien aller Haustüren wiedergeben, begleitet von einer historisch fundierten Dokumentation zur KZ/Ghetto-Zeit.     
Postkarte ist wie ein Brief mit offener Tür, halb öffentlich, halb privat. Sie war ein wichtiges Instrument im Nazi-System und diente auch der Täuschung über Theresienstadt – die KZ-Häftlinge mussten dann z. B. schreiben: ‘Liebe Mutti, mir geht es gut‘.

Die Installation ist ein Teil des Doppel-Projektes Theresienstadt – hier im Raum entfaltet.

zum Projekt Theresienstadt:

Am Anfang stand unsere Auseinandersetzung mit Theresienstadt / Terezín, besonders bezogen auf die Zeit der nationalsozialistischen Okkupation; die ganze Stadt wurde zwischen 1941-1945 als Konzentrationslager für Juden mißbraucht. Um diesem Phänomen Theresienstadt zu begegnen, setzten wir alle Haustüren dieser Stadt in den Mittelpunkt unserer Arbeit. Dafür haben wir sie vollständig, archivarisch genau fotografiert (da es ein solches Archiv bisher nicht gab). Von draußen, ohne Menschen, ohne Autos, Tür in der Regel geschlossen.

Künstlerische Hypothese: diese Bilder der Türen vermögen der unwiederbringlichen schmerzlichen Abwesenheit eine Gestalt zu geben.

Das fotografische Archivmaterial tritt in zweifacher Form auf:
als Projektion
und
als Postkarten-Installation.

In beiden Fällen treten ohne Auswahl alle Türen in Erscheinung, der hegelianischen Binsenweisheit folgend: dass das Ganze das Wahre sei.

Wir fühlen uns, je mehr wir uns (dem damaligen) Theresienstadt nähern, als Performative Bildende Künstler:innen besonders betroffen und empört – ob der performativen Täuschung dort als gesellschaftlichem Prinzip – und besonders gefragt!

eine Produktion von Wedding Film in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Theresienstadt

unterstützt vom Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds und durch das Culture Moves Europe-Programm der Europäische Union – Goethe Institut